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Die Aktion zielte nicht nur auf die historische Verantortung der Briten am Unrecht der Palästinenser ab, sondern auch auf die aktuelle waffentechnische Kooperation mit Israel, in der die Palästinenser Versuchsobjekte sind.

Palestine Action entstellt Balfour-Statue im britischen Unterhaus

In einer beispiellosen Aktion ist es Palestine Action gelungen, im Unterhaus die «Gedenkstatue» des ehemaligen Premierministers Lord Arthur Balfour – des Kolonialverwalters und Unterzeichners der Balfour-Erklärung – zu entstellen. Dort vesahen sie die Statue mit Kunstblut, enthüllten die Flagge Palästinas und erklärten, nicht mit Aktionen aufzuhören, bis die britische Komplizenschaft bei der palästinensischen Unterdrückung aufhört.

13. November 2022

Den Aktivisten gelang es, die Sicherheitsvorkehrungen zu umgehen und sich Zugang zur privaten Lobby des Unterhauses im Palace of Westminster in London zu verschaffen. Dort übergossen sie die Statue mit Kunstblut und enthüllten die palästinensische Flagge, bevor sie sich selbst an den Sockel klebten, um ihre Absichten kundzutun: «Palestine Action wird nicht aufhören, bis die britische Komplizenschaft aufhört», sagte ein Aktivist. Das Sicherheitspersonal räumte die untere Eingangshalle schnell, um zu verhindern, dass Schaulustige das Geschehen beobachten, hören oder filmen.

Diese jüngste Aktion fällt mit dem 105. Jahrestag der Balfour-Erklärung zusammen. Jahrestag der Balfour-Erklärung. Das 1917 verfasste Dokument wurde während des Ersten Weltkriegs veröffentlicht und bestand aus nur 67 Wörtern. Es versprach, in Palästina «eine nationale Heimstätte für das jüdische Volk» zu errichten1.

«Vor 105 Jahren verschenkte Arthur Balfour das Heimatland der Palästinenser – ein Land, das ihm nicht gehörte», sagte einer der Aktivisten.

Nach der Deklaration brannten die Briten bis 1948 einheimische Dörfer nieder, um den Weg zu ebnen; dazu kamen willkürliche Tötungen, Verhaftungen, Folter, sexuelle Gewalt einschliesslich Vergewaltigung von Frauen und Männern, der Einsatz menschlicher Schutzschilde und die Einführung von Hauszerstörungen als Kollektivstrafe zur Unterdrückung des palästinensischen Widerstands.

Die Briten leiteten die ethnische Säuberung Palästinas ein und erfüllten damit das Ziel der Zionisten, ihre «Heimat» auf den palästinensischen Gemeinden, Städten, Dörfern, Bauernhöfen und dem Land ihrer Vorfahren zu errichten, das reich an Erbe, Kultur und alter archäologischer Geschichte war.

Die Palästinenser bezeichnen diese Zeit als Nakba – was übersetzt so viel wie grosse Katastrophe bedeutet. Im Jahr 1948 zwang die von den Briten ausgebildete zionistische Miliz über 750 000 Palästinenser ins Exil, zerstörte über 500 Dörfer und zwang die Verbliebenen, unter einer brutalen Besatzungsherrschaft zu leben.

Elbit Systems, Israels grösster Waffenlieferant, wurde aus der Absicht heraus gegründet, die Besatzung weiter aufzurüsten und aufrechtzuerhalten. Heute werden gefangene Palästinenser im Gazastreifen als menschliches Labor benutzt, um israelische Waffen zu entwickeln und sie als kampferprobt zu vermarkten, bevor sie an die berüchtigtsten Diktaturen der Welt weiterverkauft werden.

Elbit nutzt Grossbritannien als Produktionsvorposten und baut Waffen in Fabriken und Büros im ganzen Land. Zwei seiner Standorte wurden dieses Jahr von Palestine Action geschlossen, darunter die Fabrik in Oldham und der Hauptsitz in London. Die beiden Schliessungen zeugen von der Arbeit der engagierten Aktivisten, von den Opfern, die sie bringen, und vom Erfolg der systematischen direkten Aktion als siegreiche Angriffsmethode.

1 «Die britische Regierung von 1917 und jede einzelne seither hat von den Verbrechen profitiert, die sie vor 105 Jahren begangen hat und bis heute begeht – von Truppen vor Ort bis zur Bewaffnung aus der Ferne, die Komplizenschaft hat nicht aufgehört. Palestine Action will dafür sorgen, dass sie es tut.»
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Quelle: Palestine Action, 12.11.2022