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Ukraine: Kommunisten protestieren gegen Beteiligung an Nato-Operation in Afghanistan

KIEW, 02.04.2008 (RIAN). Der Chef der Kommunistischen Partei der Ukraine, Pjotr Simonenko, hat am Mittwoch den ukrainischen Präsidenten Viktor Juschtschenko eines faktischen Verrats an den nationalen Interessen der Ukraine zugunsten der USA beschuldigt. Juschtschenko hatte in der vergangenen Woche angeordnet, ein Abkommen mit der Nato über die Beteiligung der Ukraine an den Operationen der multinationalen Sicherheitskräfte in Afghanistan zu unterzeichnen.

Wie Simonenko zu Journalisten sagte, habe Juschtschenko somit einen “Akt der Opfergabe von ukrainischen Soldaten” im Interesse der USA vollzogen.

Die Personalstärke des Militärkontingents, das nach Afghanistan entsendet werden solle, werde sich nach der Zahl der deutschen Soldaten richten, die aus Afghanistan abgezogen werden. Denn “Deutschland hat seine Beteiligung an den Kampfhandlungen im südlichen Teil von Afghanistan verweigert, wo Soldaten massenhaft getötet werden”.

In Afghanistan werden zurzeit insgesamt drei Militärangehörige aus der Ukraine – zwei Medizinsoldaten und ein Offizier – eingesetzt. Laut Simonenko ist geplant, dass die ukrainischen Soldaten die französische und die deutsche Friedenstruppe in Afghanistan ersetzen werden.

Der KP-Chef hatte am Vortag die Absicht bekundet, die Arbeit der Obersten Rada zu blockieren, falls ein ukrainisches Militärkontingent nach Afghanistan entsandt werde.

“Wir werden die radikalsten Methoden anwenden, um diesen Wahnsinn zu stoppen”, so Simonenko. Ihm zufolge werden Massenaktionen veranstaltet, um die Macht unter Druck zu setzen und die Möglichkeit des Einsatzes eines ukrainischen Militärkontingents in Afghanistan auszuschlieÖen. Diese Aktionen würden einen landesweiten Charakter haben, betonte Simonenko.

Quelle: RIA Novosti