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Streikerfolg im Libanon

Brennende Barrikaden bei Gewerkschaftsprotesten in Beirut: Streiks und Proteste für die Anhebung des monatlichen Mindestlohns haben am Mittwoch auf den Strassen Beiruts lodernde Signale gesetzt. Die Allgemeine Föderation der Arbeitergewerkschaften (CGTL) hatte ihre Mitglieder zu dem eintägigen Streik aufgerufen, um angesichts anhaltender Preissteigerungen vor allem bei Lebensmitteln und Benzin die Forderung zu unterstreichen. Das Oppositionslager um die Hisbollah unterstützte den Streik, während die westlich orientierte Parlamentsmehrheit der Hisbollah vorwarf, die Regierung destabilisieren zu wollen.

Seit 1996 beträgt der Mindestlohn im Libanon unverändert 200 US-Dollar (130 Euro). Die Gewerkschaften fordern grundsätzlich eine Verdreifachung, aktuell aber eine Anhebung auf 330 Dollar (215 Euro). Obwohl die Regierung dieser Anhebung in letzter Minute Dienstag nacht noch zugestimmt hatte, wurden die Proteste nicht mehr abgeblasen. Eine Demonstration zur Zentralbank wurde allerdings aus Sicherheitsgründen abgesagt. Im Laufe des Tages eskalierte die Situation, als Anhänger von Opposition und Regierung gegeneinander vorgingen. Barrikaden aus Autoreifen und umgestürzten Mülltonnen wurden entzündet, teilweise waren Schüsse und Explosionen zu hören.

Die Autobahn zum Beiruter Flughafen war zeitweise blockiert. Auch am Flughafen standen den ganzen Vormittag alle Räder still, weil das Bodenpersonal sich den Protesten von sechs bis zwölf Uhr angeschlossen hatte.

Quelle:

Kominform (07.05.2008): Erfolgreicher Streik im Libanon

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