In der Nacht auf den 3. Januar war neben Nicolas Madura auch Burkinas Präsident Traoré Zielscheibe eines imperialistischen Angriffs.
Destabilisierungsversuche in Burkina Faso und imperialistische Aggression in Venezuela: zwei Fronten desselben Krieges
11. Januar 2026
Während die Welt am 3. Januar 2026 entsetzt den direkten Militärschlag der USA gegen die Bolivarische Republik Venezuela verfolgte, tobte auf dem afrikanischen Kontinent ein weiterer, diskreterer, aber nicht weniger entscheidender Kampf. In der Nacht zum 3. Januar 2026 vereitelten Burkina Fasos Geheimdienste und patriotische Kräfte einen weiteren Putschversuch, der auf die Ermordung des Übergangspräsidenten, Hauptmann Ibrahim Traoré, und den Sturz der Regierung abzielte. Das gleichzeitige Auftreten dieser beiden Ereignisse ist kein Zufall. Es offenbart die doppelte, brutale und hybride Strategie des Imperialismus, mit der er jegliches Unabhängigkeitsstreben unterdrückt und sich den Reichtum souveräner Nationen aneignet.
Burkina Faso: Der detaillierte Plan zur Destabilisierung wurde aus dem Ausland orchestriert
??⚡- A Coup attempt against Burkina Faso President Ibrahim Traore was foiled as Burkinabe people took to the street defending their President.
— Monitor? (@MonitorX99800) January 4, 2026
Several European mercenaries have been captured. The coup was planned by a close friend of former interim President Paul-Henri Damiba. pic.twitter.com/I3cLglR7Gw
In einer offiziellen Erklärung vom 6. Januar enthüllte Sicherheitsminister Mahamoudou Sana die Details des versuchten Destabilisierungsanschlags. Der für Samstag, den 3. Januar, um 23 Uhr angesetzte Plan sah wie folgt aus:
- Gezielte Attentate: Die Operation sollte mit einer Reihe gezielter Attentate auf zivile und militärische Autoritäten und insbesondere mit der «Neutralisierung» von Präsident Ibrahim Traoré beginnen, entweder aus nächster Nähe oder durch Verminung seines Hauses.
- Strategische Lähmung: Unmittelbar danach wurde eine Aktion geplant, um den Drohnenstützpunkt der nationalen Streitkräfte ausser Gefecht zu setzen und dem Land damit ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Terrorismus zu entziehen.
- Externe Intervention: Der Höhepunkt des Szenarios war eine militärische Bodenintervention durch externe Streitkräfte mit dem Ziel, den Sturz der Regierung zu besiegeln.
Der mutmassliche Drahtzieher der Operation ist der ehemalige Oberstleutnant Paul-Henri Sandaogo Damiba (ehemaliger Präsident der Übergangsregierung in Burkina Faso vom 31. Januar bis 30. September 2022). Seine Mission war dreigeteilt: die Planung, die Rekrutierung von Komplizen in der Zivilbevölkerung und im Militär sowie vor allem die Beschaffung der notwendigen Gelder. Gerade dieser letzte Punkt wirft ein besonders politisches Licht auf die Ermittlungen: Ein erheblicher Teil der Finanzierung, darunter eine letzte Überweisung von 70 Millionen CFA-Francs (ca. 106 700 Euro), stammte Berichten zufolge aus der Elfenbeinküste.
Zur Erinnerung: Der derzeitige Präsident der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, der einen Master-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften von der University of Pennsylvania in den USA besitzt, verbrachte seine gesamte Karriere in westlichen Wirtschaftsinstitutionen. Er war unter anderem stellvertretender geschäftsführender Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington und Gouverneur der Zentralbank der Westafrikanischen Staaten (BCEAO) in Paris, einer Schlüsselinstitution der CFA-Franc-Zone, die mit dem französischen Finanzministerium verbunden ist. Es überrascht daher nicht, dass er mit diesem Hintergrund sein Land zu einem wichtigen strategischen Partner Frankreichs – das dort seinen wichtigsten regionalen Militärstützpunkt unterhält – und der Vereinigten Staaten in Westafrika gemacht hat.
Die Regierung gab bekannt, dass im Zuge der Ermittlungen mehrere Personen festgenommen wurden und die Untersuchungen andauern. Die Sicherheitskräfte bleiben in Alarmbereitschaft, die Lage wird als «unter Kontrolle» bezeichnet. Warnmeldungen und Gerüchte über einen Putsch kursierten am Abend des 3. Januar in den sozialen Medien und lösten spontane Mobilisierungen von Bürgern in Ouagadougou und Bobo-Dioulasso aus. Einige Bürgerinitiativen riefen zur Verteidigung der Institutionen und zur Unterstützung von Präsident Traoré gegen das auf, was sie als «erneuten Destabilisierungsversuch» wahrnehmen.
Schlussfolgerung: für eine internationalistische Antwort
Das Zusammentreffen dieser beiden Ereignisse, ob nun direkt mit Caracas oder indirekt mit Ouagadougou verbunden, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines hegemonialen amerikanischen Kapitalismus und seiner europäischen Verbündeten (und innerhalb dieser Achse des französischen Imperialismus, der weiterhin in Afrika aktiv ist), die angesichts des Aufstiegs einer multipolaren Weltordnung unter Führung der BRICS-Staaten an Boden verlieren und zunehmend aggressiver agieren. Dies lässt sich insbesondere durch den Aufstieg der Volksrepublik China erklären, die als Hauptfeind für die USA gilt. Biden entschied sich, Russland durch die Ukraine zu entmachten, bevor er China angreifen wollte. Trump hingegen verfolgt die Strategie, die Schwachstellen der mit China und Russland verbündeten Kräfte anzugreifen und seine Verbündeten sowohl wirtschaftlich als auch militärisch auszunutzen, bevor er die eigentlichen Bedrohungen angeht.
Der Kampf um die Souveränität Burkina Fasos und die Verteidigung der Bolivarischen Revolution ist unser gemeinsamer Kampf. Angesichts des Faschismus und der Gefahr eines Weltkriegs ist der Wiederaufbau einer wahrhaft fähigen Kommunistischen Internationale immer dringlicher.
Der Text ist am 11. Januar 2026 in Initiative Communiste erschienen.