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Kuba: «Nein, und tausendmal nein, Kapitulation war niemals eine Option»

von MAÏTÉ PINERO, 4. Februar 2026

Mitten in der Euphorie um ihre Aggression gegen Venezuela läuteten Trump und Marco Rubio den Untergang Kubas ein. Nach 67 Jahren Widerstand gegen das Imperium sei die kubanische Revolution angeblich beendet. Kuba werde noch in diesem Jahr fallen, verkündete die US-Regierung täglich und in jedem erdenklichen Ton. Die ewigen Hasser in Miami und anderswo sowie unzählige Stimmen und Federn, die unermüdlich sprachen und schrieben, bekräftigten diese Ansicht.

Während der Vorhang über den Trümmern und dem Massaker in Gaza fällt und der Völkermord dort mit oder ohne Raketenangriffe weitergeht, richten sich die Blicke auf Kuba. Die [Mainstream-]Medien müssen die Themen variieren, um die Aufmerksamkeit der Leser zu fesseln. Die verkündeten Tragödien sind wie Leckereien, die einen wahren Tintenfluss erzeugen. Zwei Artikel in der französischen Zeitung Le Monde tragen die Überschriften: «In den Strassen von Havanna, einer Geisterstadt, verwüstet von Mangel und amerikanischen Drohungen» und «Das Leben ist unmöglich: Es bleibt nichts anderes übrig, als zu fliehen.»

«Aqui no se rinde nadie»: Niemand gibt hier auf

Wo waren diese «Experten», als in Kuba unter der Führung von Präsident Díaz-Canel der traditionelle Fackelzug die Stufen der Universität hinabzog? Als Havanna und andere Städte voller Trauer und Wut gegen die Aggression in Venezuela demonstrierten? Als die Bevölkerung der Hauptstadt auf beiden Seiten der Avenida Boyeros in eisiger Stille der 32 Kubaner gedachte, die mit Waffen in der Hand im Dienste der Souveränität von Bolívars Land gefallen waren? Als am nächsten Tag eine kilometerlange Schlange vor ihren Urnen wartete, um ihnen die letzte Ehre zu erweisen? Als ihre Beerdigungen in ihren Heimatstädten Massendemonstrationen auslösten und so viele Versprechen, Widerstand zu leisten, ein weiteres Mal Widerstand zu leisten.

Aber das Problem ist: Die Öffentlichkeit darf nicht über diesen unglaublichen kubanischen Widerstand informiert werden, über diesen unbändigen Willen, allen Widrigkeiten zu trotzen, allen voran dieser US-Blockade – der längsten, grausamsten und ungerechtesten der Geschichte, verschärft durch die immer wiederkehrenden Hurrikane und unerbittlich immer weiter angezogen. Und die regelmässige Verurteilung durch die UNO wird selbstverständlich jeweils nur kurz erwähnt.

Das Anliegen, Werte der Solidarität zu verteidigen, wenn sie überall sonst zusammenbrechen, Errungenschaften in Bildung, Gesundheit und Kultur zu bewahren, wenn sie überall sonst in Frage gestellt werden, soll unterdrückt, geleugnet und ausgelöscht werden.

Dieses seltene Wunder, das zumindest unsere Neugier wecken und Anlass zu vielen Diskussionen geben sollte, wird beharrlich ignoriert. Wir sind empört über diese mittelmässigen journalistischen Beiträge, die den kubanischen Widerstand zensieren und Kuba und die Intelligenz beleidigen, indem sie ein Volk so darstellen, als hätte es bereits resigniert, als sei es bereits besiegt und warte auf den finalen Schlag. Die Demonstrationen, die Musik und die Lieder, die offiziellen und inoffiziellen Reden verkünden: Nein, und tausendmal nein, «Kapitulation war niemals eine Option».

Die Papageien des Imperiums, seine gefiederten Lakaien und die unwissenden Kohorten verkennen das eigentliche Problem: In Kuba spielt sich seit 1959 und auf dem Höhepunkt der aktuellen Offensive des Weissen Hauses eine Tragödie ab, eine Herausforderung der menschlichen Ehre.

Die Grausamkeit der Blockade

Die Empörung beim Lesen solcher Zeilen rührt nicht von der Situation selbst her. Hätten diese Schreiberlinge den Anstand besessen, offizielle Dokumente einzusehen, hätten sie dort mehr Substanz gefunden. Die letzte Sitzung des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Kubas analysierte die kritische Lage umfassend. Der öffentliche Nahverkehr deckt nurmehr 42 Prozent des Bedarfs des Landes ab, das Baugewerbe ist auf 41 Prozent eingebrochen, und die Produktion hat sich halbiert. Aufgrund von Treibstoffmangel sind die Müllwagen ausser Betrieb, und der Müll türmt sich auf. Das Stromdefizit hat 2000 Megawatt erreicht, und die Wasserversorgung ist beeinträchtigt. Es herrscht Gas- und Strommangel; das tägliche Leben ist ein Kampf. Und ja, wir wissen, dass manche Familien nur eine Mahlzeit am Tag zu sich nehmen und die Abwanderung aus wirtschaftlichen Gründen das Land ausblutet. Doch Kuba hält stand und verkündet dies laut und deutlich, erhebt seine Stimme bei den Vereinten Nationen, vor allen Regierungen, allen Völkern, «in jedem erdenklichen Raum», wie die Regierung erklärte.

Ja, die Wirtschaft ist zusammengebrochen, und die Drohung, Länder, die Öl nach Kuba liefern, mit Zöllen zu belegen, zielt darauf ab, die Bevölkerung auszuhungern und die Insel in die Steinzeit zurückzuwerfen. Knappheit, Wut und Verzweiflung zu schüren, um Unruhen und Aufstände zu provozieren – das ist das verbrecherische und zynische Rezept, das Trump vor der ganzen Welt verkündet hat. Kuba, ruiniert und vor allem gedemütigt, muss fallen, muss erneut versklavt werden, und dies soll der ganzen Welt, insbesondere all jenen, die noch immer leiden und kämpfen, ein warnendes Beispiel sein.

Beweis für die Revolution

Sollte das Imperium Erfolg haben, sollte Kuba untergehen, würde eines der leuchtendsten Lichter der Welt erlöschen. Kuba ist zur Seele der Revolution geworden, zum Symbol dafür, dass unsere Menschlichkeit nicht ewig zu Unglück und Leid verdammt ist, zum lebendigen Beweis, dass Hoffnung existiert und es sich lohnt, sie zu verteidigen, selbst wenn alles verloren scheint, wenn die Niederlage unausweichlich ist. Es gibt keine Worte, um auszudrücken, welche Bedeutung diese Energie, dieser Mut für das ganze Land haben.

Diese grosse Hoffnung, die seit jeher Fortschrittliche beflügelt und Befreiungskämpfe, Revolutionen und die grossen Emanzipationsschlachten von Sklaven, Frauen und allen Unterdrückten angetrieben hat, fand auf dieser Insel einen Ort zum Erblühen. Kubanische Ärztebrigaden und Alphabetisierungshelfer haben die menschliche Solidarität in der ganzen Welt verbreitet.

Die ganze Welt steht in der Schuld Kubas. Diese Revolution gehört zwar zur Sphäre dieser Welt; sie ist kubanisch, aber sie gehört auch zu unserem gemeinsamen Erbe.

Es ist das Imperium, das Kuba das Recht auf ein souveränes Leben verweigert und es in einen Schützengraben verwandelt hat. Das Leben dort ist schlecht, immer schlechter, doch selbst nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft leistet die Gesellschaft Widerstand, denn die Hoffnung Spartacus’, der Giganten von 1789, derer der Pariser Kommune, des Oktober 1917 und all jener der antikolonialen Kriege lebt noch immer fort.

Sollte Kuba fallen, sollte dieses Bollwerk gegen die Grausamkeit des Imperiums weichen, müssten wir alle von vorn anfangen, als wären all diese vergangenen Schlachten, die uns tragen und deren Fackel wir übernommen haben, ausgelöscht.

Das darf nicht geschehen. Kuba zu verteidigen bedeutet auch heute noch nicht allein, Bildung trotz unzureichender Nahrungsmittelversorgung, kostenlose Gesundheitsversorgung trotz Wasser- und Stromausfällen, eine breite Kultur trotz Müll auf den Strassen, wegweisende Forschung trotz zusammengebrochenen Vierteln und solidarische Medizin trotz fehlenden Transportmöglichkeiten zu verteidigen.

Kuba zu verteidigen bedeutet, jenen kleinen Unterschied zu verteidigen, ob wir ihn nun Sozialismus nennen oder nicht, der die Werte, die uns inspirieren und die wir immer verteidigt haben, in der ganzen Welt erprobt und hochgehalten hat.

Nur 90 Meilen vom verbrecherischsten Imperium der Geschichte entfernt, so nah an Haiti – das weiterhin mit Blut und Tränen für den Ruhm bezahlt, die erste schwarze Republik der Welt und die erste französische Kolonie gewesen zu sein, die sich selbst befreite – bestimmt das Schicksal dieser kleinen Insel mit 11 Millionen Einwohnern die Zukunft Lateinamerikas und auch unsere eigene.

Die Verteidigung Kubas steht für progressive Kräfte weltweit ganz oben auf der Agenda. Die Kubaner haben es immer wieder gesagt: Sie werden nicht durchkommen! Sie rufen zur globalen Solidarität auf: Wir werden sie nicht durchlassen.

Maïté Pinero ist Journalistin und Schriftstellerin. Als Lateinamerika-Korrespondentin (1984–1989) für L’Humanité berichtete sie über die Kriege in Nicaragua, El Salvador und Guatemala sowie über den Sturz von Diktaturen (Haiti, Chile, Paraguay usw.). Sie führte zahlreiche Recherchen zur Situation von Strassenkindern in Lateinamerika durch und deckte dabei ein Netzwerk für Kinderhandel auf, das Kinder als Organspender missbrauchte (Le Monde Diplomatique, August 1992). Nach ihrer Zeit im salvadorianischen Dschungel begann sie, Kurzgeschichten zu schreiben (Tu Hurlais Encore, Atelier Julliard). Sie ist stellvertretende Chefredaktorin der genossenschaftlichen Zeitschrift Viva.

Der Text wurde aus Le Grand Soir übernommen.

Auch aktuell:

→ Europäisches Kuba-Solidaritätstreffen in Sevilla am 1. Februar 2026

→ Gemeinsame Erklärung des Sevilla-Treffens