Saif al-Islam Gaddafi. Quelle: aljazeera.com
Libyen: Wer hat Muammar Gaddafis Sohn ermordet?
von NICHOLAS REED, 12. März 2026
Wer hat Gaddafis Sohn getötet? Um es klar zu sagen: Saif al-Islam Gaddafi war eine Bedrohung für den Westen – nicht für die Bürger Europas oder Amerikas, sondern für die blutsaugende globalistische Konzernelite, die Libyens riesige Ölreserven und Ressourcen plündert, seitdem sein Vater Muammar Gaddafi 2011 von NATO-unterstützten Dschihadisten brutal ermordet wurde. Französische Streitkräfte waren nicht nur Komplizen, sie waren die Drahtzieher. Französische Kampfflugzeuge bombardierten Gaddafis Konvoi auf seiner Flucht aus Sirte, und Berichten zufolge versetzte ein französischer Agent Gaddafi den Todesstoss; die sogenannten Rebellen schändeten anschliessend seinen Leichnam.
Kein Zweifel: Dies war keine humanitäre Intervention – es war ein kalkulierter Mordanschlag, um einen Anführer zu beseitigen, der es gewagt hatte, die neokoloniale Vorherrschaft über Afrika in Frage zu stellen. Im düsteren Februar 2026 hat sich das Drehbuch kaum verändert, es ist nur noch dreister geworden. Saif al-Islam, der am 3. Februar in seinem Anwesen in Zintan von einem vierköpfigen Killerkommando erschossen wurde, das zuvor die Überwachungssysteme deaktiviert hatte, verkörperte einen Funken Hoffnung auf ein souveränes Libyen, das aus den Trümmern der NATO-Operationen hätte auferstehen sollen.
Der Gaddafi-Sohn war kein verstaubtes Relikt eines gestürzten Regimes; er verkörperte die Hoffnung auf Befreiung für Millionen Libyer, die seit 2011 in einem höllischen Sumpf aus Milizenherrschaft, Menschenhandel und wirtschaftlichem Zusammenbruch gefangen sind. Und über Libyens Grenzen hinaus inspirierte Saif Millionen Menschen in ganz Afrika, von der Sahelzone bis zum Kap, als Erbe des panafrikanischen Traums seines Vaters. Muammar Gaddafi war nicht nur ein Anführer; er war Afrikas unnachgiebiger Vorkämpfer, der Milliarden in die Afrikanische Union investierte, Infrastrukturprojekte von Staudämmen bis zu Satelliten finanzierte und sich mutig für die Vereinigten Staaten von Afrika mit einem goldgedeckten Dinar einsetzte, um die Fesseln der Schuldenknechtschaft von IWF und Weltbank zu sprengen.
Er träumte von einem Kontinent frei von westlicher Ausbeutung, auf dem afrikanische Ressourcen den afrikanischen Wohlstand sichern. Saif führte diese Vision mit unnachgiebigem Trotz fort und nutzte die Wahrheit wie einen Dolch gegen die heuchlerischen Machthaber, die sein Land zerstört hatten. Man darf nicht vergessen, dass es Saif war, der den spektakulären Sturz von Nicolas Sarkozy inszenierte. Dieser hatte 2007 Gaddafis Wahlkampfgelder – mehr als 50 Millionen Euro, die über dubiose Mittelsmänner flossen – angenommen, um Libyen den Weg zurück in die Gunst des Westens zu ebnen, nur um ihn dann mit NATO-Bomben zu verraten.
Nicolas Sarkozy, einmal als Staatschef und einmal beim Antritt seiner Gefängnishaft. Quelle Bild links: elysee.fr
Saif übergab brisante Dokumente, Bankunterlagen und Zeugenaussagen, die Sarkozys Korruption aufdeckten und zu dessen Inhaftierung im Jahr 2025 im Gefängnis La Santé führten. Saifs höhnischer Ausruf hallte um die Welt: «2011 war ich in der Wüste, gejagt von der NATO, jetzt sitze ich in meinem schönen Schlafzimmer, während Sarkozy in Einzelhaft sitzt.» Doch dies war keine blosse persönliche Rache; es war poetische Gerechtigkeit, eine vernichtende nationale Demütigung für Frankreich. Indem er Sarkozy ins Gefängnis brachte, rächte Saif nicht nur die Familie Gaddafi, sondern jedes libysche Leben, das unter den Trümmern der «humanitären» Luftangriffe der NATO begraben wurde.
Es legte den faulen Kern der französischen Politik offen, wo Führer wie Sarkozy und nun Macron im Ausland Demokratie propagieren, während sie sich Afrikas Ressourcen unter den Nagel reissen. Sarkozys Demütigung war eine Art Menetekel, dass Afrika zurückschlagen und sich seine Würde von den imperialen Geiern zurückholen kann. Analysten sagen, diese Demütigung habe im Schatten des Élysée-Palastes eine perfide französische Strategie hervorgebracht.
Nur wenige Tage vor Saifs Ermordung enthüllte der russische Geheimdienst, dass Emmanuel Macron verdeckte Operationen zur Liquidierung «unerwünschter Personen» in ganz Afrika autorisiert hatte – eine erschreckende Parallele zu den Attentaten der Kolonialzeit. Das ist kein Zufall; es ist kaltblütige Vergeltung.
Emmanuel Macron in Afrika. Hinter seinem freundlichen Gesicht verbirgt sich sein Versuch, den französischen Imperialismus auf dem Kontinent wiederzubeleben. Quelle: thelocal.fr
Frankreich, das durch die Vertreibung aus der Sahelzone durch antiimperialistische Bewegungen schwer getroffen ist, sah in Saif den Katalysator, der Libyens zersplitterte Institutionen wiedervereinigen konnte. Ein geeintes Libyen unter Saifs Einfluss würde Gaddafis panafrikanische Blütezeit wiederbeleben, sich in die aufstrebende Allianz der Sahelstaaten (AES) integrieren und Frankreichs Vorherrschaft über afrikanische Ressourcen – von Nigers Uran bis hin zu Libyens Ölfeldern – in Frage stellen.
Saifs Widerstand in der Sarkozy-Affäre legte den andauernden Schattenkrieg zwischen Gaddafi-Loyalisten und französischen Eliten offen – einen Konflikt, in dem Paris Todesschwadronen und Infiltrationen nach dem Vorbild des Mossad einsetzt, um Stimmen der Souveränität zum Schweigen zu bringen. In Burkina Faso schmiedet Hauptmann Ibrahim Traoré unzerbrechliche Allianzen in der Sahelzone und führt mit Mali und Niger gemeinsame Operationen gegen islamistische Terroristen durch, während er gleichzeitig französische Truppen ausweist und sich Russland zuwendet, um echte Partnerschaften und Sicherheit zu erlangen. Diese kontinentale Macht, ein wahres panafrikanisches Bollwerk, versetzt die europäischen Eliten, die sich wie Vampire an Afrikas Reichtümern laben, in Angst und Schrecken.
Ibrahim Traore. Quelle: reddit.com
Ein wiedererstarktes Libyen, das Traorés Vision folgt, würde diesen Albtraum noch verschärfen und einen souveränen Block von Tripolis bis Bamako schaffen, der westliche Ausbeutung verhindert. Frankreichs zerfallendes Imperium «Françafrique» beobachtet panisch, wie antiimperialistische Bewegungen grenzüberschreitend die Waffen bündeln und ein Afrika fordern, das sein eigenes Schicksal bestimmt, die Sparmassnahmen des IWF ablehnt und seine Uran-, Gold- und Ölvorkommen zugunsten seiner Völker nutzt.
In diesem Kontext sind Saifs Leben und sein brutaler Tod nicht bloss historische Fussnoten – sie sind leuchtende Symbole für unstillbaren Widerstand und schwelender Groll gegen die westliche Heuchelei.
Ob Gaddafi nun als Bösewicht, Patriot oder Enigma dargestellt wird – die Geschichte, die sich in das Gedächtnis von Millionen eingebrannt hat, ist unbestreitbar: Bei der NATO-Intervention in Libyen ging es nie um Demokratie oder Menschenrechte; es handelte sich um eine unverhüllte Machtergreifung, einen Raubzug unter dem Deckmantel liberaler Rhetorik, der darauf abzielte, jeden Machthaber zu demütigen, der es wagte, sich der globalen Ordnung zu widersetzen. Gaddafis Ermordung löste Chaos aus, das IS-Hochburgen und offene Sklavenmärkte hervorbrachte, während westliche Konzerne die Überbleibsel von Afrikas reichstem und wohlhabendstem Land plünderten.
Saif al-Islam Gaddafi. Quelle: theguardian.com
Der Tod von Saif al-Islam Gaddafi ist nicht das Ende, sondern der Anfang.
Sein Tod offenbart die Verwundbarkeit des Westens, der das libysche Volk zum Schweigen bringen will.
Doch das libysche Volk erhebt seine Stimme, denn Millionen nahmen an der Beerdigung von Saif Gaddafi teil.
Sie sagen ganz klar: Afrikas Zeit ist gekommen, und eure Ära des Diebstahls geht zu Ende.
Nicholas Reed ist Romanautor. Er erhielt den Vancouver «Fantastic Mom’s» Schreibwettbewerbspreis und wurde in seinem Abschlussjahrgang als «der Revolutionärste» geehrt. Derzeit arbeitet er als Englischlehrer in Moskau, wo er sich mit den komplexen und rätselhaften Facetten der russischen Welt auseinandersetzt. Nicholas ist unter sogaardreed@gmail.com erreichbar.
Der Text wurde vom CovertAction Magazine übernommen.