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Die exil-tibetische Soft Power wird instrumentalisiert, um die chinesisch-schweizerischen Beziehungen zu untergraben

von MASSIMILIANO AY, 18. September 2026

Heute wurde in Zürich das Tibet-Film-Festival eröffnet: Weit davon entfernt, eine kulturelle und künstlerische Veranstaltung zu sein, handelt es sich hierbei um eine politische Softpower-Aktion zugunsten des ethnischen Separatismus gegen die territoriale Integrität der Volksrepublik China und somit gegen das von den Vereinten Nationen verankerte «Ein-China-Prinzip». Es handelt sich um ein Festival, das seinen Ursprung in den gewalttätigen Ausschreitungen von 2008 hat, die offensichtlich als Aufstand des tibetischen Volkes gegen die Autorität Pekings dargestellt und instrumentalisiert werden: Tatsächlich handelt es sich um einen Destabilisierungsversuch, der darauf abzielt, China und sein sozialistisches System zu schwächen, indem die reaktionäre Rolle jenes Teils des buddhistischen Klerus idealisiert wird, der von der (eher politischen als spirituellen) Figur des Dalai Lama manipuliert wird.

Das Ziel ist klar: China zu verunglimpfen und ein negatives Bild der Rechte ethnischer Minderheiten sowie der Achtung der Menschenrechte in einem Land zu vermitteln, das nicht nur ein wichtiger Wirtschaftspartner der Schweiz ist, sondern auch eine Garantie für Diplomatie und Stabilität in einem geopolitischen Kontext darstellt, der am Rande eines Krieges steht. Darüber hinaus steht ausser Frage, dass China und seine Modernisierung grosses Interesse bei jungen Schweizern wecken, die in dieses riesige asiatische Land reisen, das ihnen die Möglichkeit einer anderen Entwicklung als dem Liberalismus und Imperialismus aufzeigt. Oft studieren sie auch dort.

«Teile und herrsche» ist eine vom atlantischen Imperialismus häufig angewandte Einmischungsstrategie: Die Einheit Chinas zu zerschlagen, ethnische Bürgerkriege mit eigens ausgebildeten und finanzierten terroristischen Gruppen anzustacheln und eine erstickende Propaganda in Verbindung mit religiösen Botschaften zu finanzieren, dient dazu, Mikronationalismen und religiösen Fundamentalismus nicht nur in Tibet, sondern auch in Xinjiang zu schüren: Diese Strategie haben wir bereits in der ehemaligen UdSSR und im ehemaligen Jugoslawien angewendet gesehen, und heute gewinnt sie wieder an Aktualität, denn während das atlantische liberale System im Niedergang begriffen ist, stellt China einen Bezugspunkt für aufstrebende Nationen dar, die sich emanzipieren und den Multipolarismus aufbauen wollen.

Um das internationale Ansehen zu schmälern, das sich China und die Kommunistische Partei Chinas vor allem in den letzten Jahren erarbeitet haben, muss die Verleumdungskampagne in Gang gesetzt werden. Tibet ist die bevorzugte Waffe dieser Strategie, da durch eine emotionale Erzählung genau die empfindlichsten Teile der schweizerischen und westlichen Bevölkerung angesprochen werden, insbesondere jene, die sich spirituellen Themen, Gewaltfreiheit und dem Streben nach Harmonie und Frieden nahe stehen und daher tendenziell linksorientiert sind.

Es ist ein strategischer Sieg für die mit dem atlantischen Imperialismus verbundenen kriegstreiberischen Kreise, wenn es gelingt, die linke Bevölkerung zu verwirren und sie vom Sozialismus und vom wichtigsten sozialistischen Land zu entfremden.

Tatsächlich muss die Verbindung zwischen dem tibetischen Separatismus und dem Buddhismus entlarvt werden. Abgesehen von der Freundschaft zwischen dem Dalai Lama und Bruno Beger, dem ehemaligen Kommandanten der nazistischen SS, kann Ersterer nicht als Oberhaupt der Buddhisten angesehen werden. 6 Prozent der Weltbevölkerung sind Buddhisten. Der Dalai Lama repräsentiert in Wirklichkeit nur einen äusserst geringen Teil davon, etwa ein Sechzigstel: Er wird nämlich von den japanischen Zen-Buddhisten, den thailändischen Buddhisten und den chinesischen Buddhisten nicht anerkannt. In Tibet selbst hat der Dalai Lama jedoch ein Problem mit der Repräsentativität: Von den vier dort vertretenen Riten gehört er ausschliesslich zu dem der sogenannten «Gelugpa». Dieser «heilige Mann» hat also gar nicht so viele religiöse Anhänger, doch er verfügt über eine Vielzahl politischer Anhänger. Laut einem freigegebenen Dokument der CIA aus den Jahren 1959 bis 1972 erhielt der Dalai Lama jährlich 180 000 Dollar als Gehalt. Hinzu kommt die stattliche Summe von 1,7 Millionen Dollar jährlich, um das internationale Solidaritätsnetzwerk mit Tibet aufrechtzuerhalten. Der gleiche Betrag wurde in der Vergangenheit von der NED gezahlt, einer mit dem US-Kongress verbundenen Organisation, deren Aufgabe es ist, Länder zu destabilisieren, die als Gegner der US-Hegemonie gelten. Doch Geld allein reicht für die Sache nicht aus: Der Bruder des Separatistenführers, Gyalo Thondrup, kümmerte sich in Arizona um die Ausbildung fanatischer Buddhisten für den bewaffneten Kampf nach terroristischem Vorbild. Diese Söldner wurden von den USA bereits in den 1950er Jahren zur Organisation antichinesischer Aufstände eingesetzt. Laut der Zeitschrift «Modern War Studies» der Universität von Kansas aus dem Jahr 2002 forderte der Dalai Lama zudem, dass die USA im Rahmen einer antikommunistischen Aktion militärisch in Tibet einmarschieren sollten, so wie es in Korea geschehen war. Das hat also nichts mit der pazifistischen und gewaltfreien Darstellung zu tun, die in den in Zürich gezeigten Filmen vermittelt wird und ausschliesslich darauf abzielt, in der westlichen Öffentlichkeit sinophobe Feindseligkeit zu schüren.

Was beim Tibet Film Festival gezeigt wird, verschweigt, dass die tibetischen Bauern 1950 die Rote Armee unterstützten und die Landumverteilung sowie die Abschaffung der feudalen und sklavereiähnlichen Gesellschaft, durch die die Privilegien der Kaste des Dalai Lama abgeschafft wurden, mit Zufriedenheit begrüssten. Die chinesischen Reformen haben zu einem Anstieg des Durchschnittsalters der tibetischen Bevölkerung geführt, zum Aufbau eines Strassennetzes sowie eines Netzes für Grund- und Berufsbildung, in dem die Unterrichtssprache eben das Tibetische ist. Wenn das Kino dazu benutzt wird, zu verschleiern, wie Tibet vor der Revolution war, haben wir es mit einem Festival der Lügen zu tun, das Konflikte schüren will und nicht die Harmonie und Zusammenarbeit zwischen den Nationen.

Der Text ist zuerst in Politica Nuova online erschienen. Übersetzt mit Hilfe von DeepL.