Der marxistisch-leninistische deutsche Historiker Kurt Gossweiler ist am letzten Mittwoch im Alter von 99 Jahren verstorben. In Stuttgart im Schicksalsmonat November 1917, zwei Tage vor dem Sturm auf das Winterpalais, geboren und in einer kommunistischen Familie aufgewachsen, begab er sich in jungen Jahren nach Berlin, wo er 1934 dem Kommunistischen Jugendverband (KJVD) beitrat und am Untergrundkampf gegen den Faschismus teilnahm. Nach Universitätsstudien wurde er 1939 für den Polenfeldzug eingezogen und 1941 erneut an die Ostfront verlegt, wo er 1943 Gelegenheit zur Desertation aus der Wehrmacht fand und sich zur Roten Armee durchschlug. …mehr
Unsere Medien berichten regelmässig über Forderungen verschiedener politischer Kräfte in Deutschland nach Abzug der im Luftwaffenstützpunkt İncirlik stationierten deutschen Truppen. Solche Forderungen sind zumeist nicht von Motiven getragen, welche sich gegen die Nato-konforme deutsche Aussenpolitik richten würden, sondern werden im Sinne einer Massnahme zur Diszplinierung der Türkei vorgeschlagen, um eine «klare Kante» zu zeigen. Der Militärflugplatz İncirlik im Südosten der Türkei wird seit 2015 von der US-geführten Koalition für ihre Operationen gegen Syrien benutzt. Auch Deutschland hat dort eine Fliegergeschwader von Tornados und mehrere hundert Mann in einem Einsatz, der offiziell der NATO-Überwachung des türkischen Luftraums (gegen angebliche Bedrohungen von Seiten Syriens und seiner Verbündeten) dienen soll; dies neben den im türkischen Konya basierten deutschen Awacs-Aufklärungsflugzeugen mit international gemischter, mehrheitlich deutscher Besatzung. Die türkische Vatan Partei hatte im Jahre 2015 die AKP-Regierung vor der Überlassung der Luftwaffenbasis İncirlik an die Nato gewarnt und betrachtete diese Massnahme als Feindseligkeit gegen das syrische Volk und seine legitime Regierung, Bedrohung des eigenen Landes und Verrat an der türkischen Nation. Und in der Tat, bereits beim Putschversuch vom vergangenen 15. Juli zeigte sich die Berechtigung dieser Warnungen. …mehr
Kürzlich fand in der Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela in Bern eine vom Botschafter César Méndez González moderierte Konferenz statt, um Bilanz der Lage in diesem lateinamerikanischen Land zu ziehen. Ausgehend von einer kleinen Ausstellung über den gescheiterten Putsch vom 11. bis 13. April 2002 gegen Hugo Chavez, hielt der Referent fest, dass jener Putschversuch in Wirklichkeit nie aufgegeben worden ist und sich in permanenter Fortsetzung befindet. Was Venezuela gegenwärtig erlebt, ist ein Mehrfrontenkrieg. Die erste Front ist die mediale, auf welcher im Lande selbst und international ein brutaler Konflikt vor sich geht, der sich in einer verzerrten Wiedergabe der venezolanischen Angelegenheiten in den Massenmedien äussert. Mehr als einmal lud der Botschafter daher die mit der Bolivarischen Revolution befreundeten Vereine, Bewegungen und Parteien ein, über die Wirklichkeit zu berichten und die Kenntnis der tatsächlichen Lage mithilfe von Communiqués, Artikeln und sozialen Netzen zu verbreiten. …mehr
Der Abgeordnete der Lega dei Ticinesi (nationalistische Rechte) hat ein Verbot der Hissung der europäischen Flagge an öffentlichen Gebäude des Kantons Tessin verlangt. Üblich ist diese Beflaggung alljährlich am 5. Mai (Tag des Europarats, dem die Schweiz angehört). Die sozialdemokratische, die liberale und die christdemokratische Partei hielten diesem Begehren den Unterschied zwischen Europarat und Europäischer Union entgegen (die dieselbe Flagge haben). Der Abgeordnete der Kommunistischen Partei Massimiliano Ay hingegen ergriff die Gelegenheit, um die parlamentarische Tribüne zur Brandmarkung des europäischen Imperialismus auszunutzen. Nachstehend seine Rede. …mehr